Malerweg Trail 2026 – Laufbericht

Start war um 19:00 Uhr. Eine besondere Uhrzeit für einen langen Lauf, denn man weiß genau: Ein großer Teil dieses Abenteuers wird in der Nacht stattfinden.

Die Stimmung am Start war ruhig, fast ein wenig ehrfürchtig. Stirnlampen wurden vorbereitet, letzte Worte gewechselt, ein paar nervöse Lächeln ausgetauscht. Dann ging es los.

Der Weg führte über den legendären Malerweg, mitten durch die beeindruckende Landschaft der Sächsischen Schweiz. Schon die ersten Kilometer waren magisch. Die Abenddämmerung legte sich langsam über die Felsen und Wälder. Die Schritte wurden ruhiger, gleichmäßiger, und ich fand schnell meinen Rhythmus.

Es ist ein besonderes Gefühl, in die Nacht hinein zu laufen.
Die Geräusche werden leiser, der Fokus stärker. Nur der Lichtkegel der Stirnlampe, der nächste Schritt, der nächste Anstieg.

Die ersten Kilometer liefen richtig gut. Die Beine fühlten sich stark an und ich konnte das Abenteuer genießen. Immer wieder diese typischen Sandsteinpfade, Treppen, schmale Trails und dunkle Waldpassagen. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl, dort unterwegs zu sein.

Doch je weiter die Strecke voranschritt, desto mehr zeigte der Trail seine Härte.


Der Malerweg Trail in der Sächsischen Schweiz gehört zu den bekanntesten und schönsten Fernwanderwegen Deutschlands. Die rund 116 Kilometer lange Strecke führt durch die beeindruckende Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges und verläuft meist in acht Etappen von Liebethal bei Pirna durch den Nationalpark Sächsische Schweiz bis zurück nach Pirna. Der Weg führt vorbei an zahlreichen Highlights der Region, darunter die Bastei, die Schrammsteine, der Große Winterberg und die Festung Königstein. Wanderer erleben dabei eine abwechslungsreiche Landschaft aus Sandsteinfelsen, tiefen Schluchten, dichten Wäldern und spektakulären Aussichtspunkten. Seinen Namen verdankt der Malerweg den Künstlern der Romantik, wie Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter, die sich von der einzigartigen Landschaft inspirieren ließen. Heute ist der Weg ein beliebtes Ziel für Wanderer und Trailrunner, die Natur, Geschichte und sportliche Herausforderung miteinander verbinden möchten.


Nach etwa 25 Kilometern merkte ich, dass die Beine langsam schwerer wurden. Die Höhenmeter sammelten sich, die Konzentration in der Dunkelheit kostete Kraft und der Körper begann zu kämpfen. Trotzdem ging es weiter – Schritt für Schritt, Meter für Meter.

Denn genau dafür startet man bei solchen Läufen: um sich selbst zu testen.

Bei Kilometer 32 kam dann der Moment, in dem mein Körper ein klares Signal setzte. Die Energie war plötzlich weg, jeder Schritt fühlte sich zäh an und mir wurde klar: Heute ist hier Schluss.

Ich blieb kurz stehen, schaute in die dunkle Landschaft und musste die Entscheidung treffen, die jeder Läufer kennt, aber niemand gerne trifft:

Aufhören.

Natürlich war da zuerst Enttäuschung. Man startet mit großen Zielen und möchte die Strecke zu Ende bringen. Doch nach ein paar Minuten kam auch ein anderer Gedanke:

32 Kilometer auf dem Malerweg sind kein Spaziergang.
Viele Höhenmeter, technische Trails und dazu die Nacht – das verlangt dem Körper alles ab.

Und manchmal gehört zum Ultralaufen auch diese Erkenntnis:
Der Körper setzt die Grenze.

Aber eines ist sicher:
Dieser Lauf hat mir wieder gezeigt, warum ich Trailrunning liebe. Diese Landschaft, diese Stille der Nacht, diese Herausforderung.

Der Malerweg bleibt.
Und ich komme wieder.

Mit neuen Beinen, neuer Energie und dem festen Ziel, diese Strecke eines Tages komplett zu finishen.

Denn jeder Lauf erzählt eine Geschichte …
und meine auf dem Malerweg ist noch lange nicht zu Ende.

Wir bedanken uns bei Tell Wollert mit @Laufend Aktiv und den Dresdner Laufsportladen für den Support.

Vlnr. Holger, Tina, Annet, Carina, Norman, Tell, Jens. Am Fotoapparat Kirstin unsere gute Seele


Herzlichen Dank für Veröffentlichung an Norman LenkBesuche Norman auf Facebook >> NORMAN LENK