80 Kilometer | 1.944 Höhenmeter | Start: 06:00 Uhr in Göttingen | Ziel: Brocken
Früh am Morgen, wenn andere noch gemütlich im Bett liegen und vom Sonntagsfrühstück träumen, standen wir bereits geschniegelt, geschnürt und leicht nervös an der Startlinie in Göttingen.
06:00 Uhr – Startschuss!
Und los ging’s … Richtung Brocken!
Mit dabei: Holger Lachmann und Anett – ein starkes Team, motiviert, gut gelaunt und bereit für alles, was kommen sollte.
Sarah und Maria liefen von Anfang an ihr eigenes Tempo – genau so, wie wir es vorher besprochen hatten.
Jeder seinen Rhythmus, jeder seinen Weg.
Teamgeist – auf unterschiedliche Art.
Die ersten Kilometer
Ein Traum!
Die Beine fühlten sich leicht an, die Stimmung war super, Gespräche liefen locker und die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite.
Man denkt in so einem Moment:

„Ach, 80 km … läuft doch!“
Spoiler: Diese Meinung ändert sich noch.
Kilometer um Kilometer verging, wir kamen gut voran und tankten Motivation aus der Landschaft und aus unserem gemeinsamen Rhythmus.
Trinken.
Essen.
Lachen.
Weiterlaufen.
Alles im Flow.
Ab Kilometer 45 – Willkommen im Ernst des Lebens
Dann kam er …
Der berüchtigte „Entsafter“.
- ca. 11 km lang
- rund 4 % Steigung
- gefühlt: endlos
- Realität: brutal
Die Beine fingen an zu brennen.
Der Puls sagte:
„Ich arbeite hier Überstunden!“
Jetzt musste der Kopf übernehmen.

Motivation wurde plötzlich zu einem eigenen Trainingsfach.
Jeder Schritt wurde bewusster.
Nicht mehr:
„Ich laufe.“
Sondern:
„Links. Rechts. Atmen. Weiter.“
Aber wir blieben zusammen.
Wir motivierten uns gegenseitig, machten Witze, redeten uns Mut zu und kämpften uns gemeinsam durch diesen Abschnitt.
Genau dafür macht man solche Herausforderungen im Team.
Kilometer 53 – Das Schneekapitel
Und dann … Kilometer 53.
Plötzlich: Winter Wonderland.
Ich bleibe im etwa 40 cm hohen Schnee mit Eis stecken, verdrehe mir ordentlich das rechte Knie und ramponiere mir das Schienbein.
Kurz gesagt:
Aua.
Sehr aua.
Richtig aua.
In diesem Moment war alles da:
- Schmerz
- Frust
- Zweifel
Die klassische Frage:
„Warum mache ich sowas eigentlich?!“
Ein paar Sekunden Stillstand.
Durchatmen.
Sammeln.
Und dann der Gedanke:
„Schön ist, wenn der Schmerz den Körper wieder verlässt.“
Also:
Aufstehen.
Abklopfen.
Zähne zusammenbeißen.
Weiterlaufen.
Denn Aufgeben war keine Option.
Nicht hier.
Nicht heute.
Die Brocken Challenge ist ein winterlicher Ultramarathon und Wohltätigkeitslauf im Harz. Die Strecke führt in der Regel von Göttingen bis auf den Brocken, den höchsten Berg Norddeutschlands, und umfasst etwa 80 bis 86 Kilometer sowie rund 1.900 Höhenmeter. Der Lauf findet meist im Februar statt und gilt aufgrund der langen Distanz, der anspruchsvollen Strecke und der winterlichen Bedingungen als eines der härtesten Rennen im Norden Deutschlands. Ein besonderes Merkmal der Veranstaltung ist ihr karitativer Charakter: Die Teilnahmegebühren und Spenden werden vollständig an gemeinnützige Projekte weitergegeben.

Die letzten Kilometer – Kopf schlägt Körper
Die letzten Kilometer waren pure Willenskraft.
Der Körper wollte Pause.
Der Kopf sagte:
„Wir sind gleich da!“
Es war ein Mix aus:
- leichtem Wackellauf
- innerem Fluchen
- Hoffen
- Lachen über sich selbst
- Stolz auf jeden einzelnen Meter
Schritt für Schritt.
Meter für Meter.
Immer mit dem Blick nach vorn.
Jede Kurve könnte die letzte sein.
Jeder Anstieg vielleicht der letzte.
Und irgendwann …
war er da.
ZIEL – DER BROCKEN!

Geschafft!
Der Moment, wenn du weißt:
„Ich habe es wirklich geschafft.“
- 80 Kilometer
- 1.944 Höhenmeter
- Schmerz überwunden
- Grenzen verschoben
- Herz voller Stolz
Emotionen pur:
Müdigkeit.
Freude.
Dankbarkeit.
Erleichterung.
Alles auf einmal.
Dank
Ein großes Danke an Holger und Anett für den gemeinsamen Kampf, den Support und die Motivation.
Ohne euch wäre es deutlich härter gewesen.
Danke auch an Sarah und Maria fürs Dabeisein – auf ihre eigene, starke Art.
Jeder hat seinen Weg, und eurer war genauso beeindruckend.
Und ein besonderer Dank an meinen Körper, dass er trotz Kälte, Schmerz und Erschöpfung durchgehalten hat.
Du bist ein echtes Arbeitstier.
Fazit
Hart.
Kalt.
Anspruchsvoll.
Schmerzhaft.
Aber auch:
Wunderschön.
Ehrlich.
Lehrreich.
Unvergesslich.
Die Brockenchallenge war kein Spaziergang.
Sie war ein Kampf –
gegen Höhenmeter, Wetter, Müdigkeit und den eigenen Kopf.
Und genau deshalb war sie so besonders.
Brockenchallenge, du hast mich gefordert …
und ich habe geliefert.
Herzlichen Dank für Veröffentlichung an Norman Lenk. Besuche Norman auf Facebook >> NORMAN LENK